Der Hund - ein Freund des Menschen

Dobermann

Welt der HundeDer Dobermann verfügt über ein von Natur aus sensibles, friedliches und freundliches Gemüt. Sein eleganter und muskulöser Körper ist mit kurzem, hartem und glattem Fell in den Farben schwarz und dunkelbraun mit rost- bzw. rotbrauner Zeichnung bedeckt. Gerade aufgrund dieser Farbgebung wird er oft mit dem Rottweiler verwechselt. Züchtungen in den Farben weiß, blau und „isabell“ (bräunlich-weiß-gelb) sind in Deutschland verboten.
Die Ohren sind an den Spitzen abgerundet, mittelgroß und hängen nach unten. Das Kupieren der Ohren und des Schwanzes ist in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern schon seit längerem verboten. Ausgewachsene Dobermänner können ein Stockmaß von knapp über 70cm und ein durchschnittliches Gewicht von 35kg erreichen. Die Lebenserwartung liegt bei 12 bis 14 Jahren. Als anerkannte deutsche Hunderasse ist der Dobermann vom FCI der Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Schweizer Sennenhunde, Molossoide) zugeordnet worden. Innerhalb dieser Gruppierung gehört er der Sektion 1 (Pinscher und Schnauzer) an und trägt die Standardnummer 143.

Charakteristische Wesensmerkmale

Benannt ist die Rasse nach ihrem ersten bekannten Züchter Friedrich Louis Dobermann aus dem deutschen Apolda. Dieser paarte Überlieferungen zufolge Ende des 19.Jahrhunderts „Fleischerhunde“ (damalige Kreuzungen aus einer Rottweilerart und Schäferhunden), um einen besonders mutigen, scharfen und wachsamen Begleiter zu bekommen. Die auf diesem Weg entstandene Neuzüchtung wurde bis Mitte des 20.Jahrhunderts auch als Dobermannpinscher bezeichnet. Sein Charakter machte den Dobermann schnell zu einem beliebten Begleithund und Schutzhund im Polizeidienst, weswegen man ihm auch den Beinamen „Gendarmenhund“ verlieh. Als Jagdhund wurde er überwiegend im Kampf gegen Raubwild eingesetzt. Im ersten und zweiten Weltkrieg stand er als Minensuch-, Melde- und Sanitätshund im Dienst des deutschen Heeres.

Heute eignet sich der Dobermann zwar immer noch hervorragend zum Wach-, Schutz- und Fährtenhund, wird wegen seiner Kinderliebe und Anhänglichkeit aber auch gerne als Familienhund gehalten oder als Therapie- und Blindenhund eingesetzt. Wer einen Dobermann halten möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese intelligenten, temperamentvollen und ausdauernden Hunde besonders viel Bewegung und Auslauf benötigen. Stadtwohnungen sind zur Haltung entsprechend weniger geeignet. Ideale Beschäftigungen für Dobermänner sind Hundesportarten wie Agility oder häufig variierende Apportieraufgaben. Aufgrund seines selbstsicheren Wesens und ausgeprägten Territorialverhaltens bedarf der Dobermann einer konsequenten und professionellen Erziehung, wie sie am besten von erfahrenen Hundebesitzern zu leisten ist. Grundsätzlich wird immer nur ein Mensch von ihm als Rudelführer akzeptiert. Diesem ordnet er sich dann aber bedingungslos unter. Fremden gegenüber verhalten sich Dobermänner eher misstrauisch. Leben noch andere Tiere im Haushalt, müssen sie in der Regel erst behutsam und langsam an diese gewöhnt werden. Wegen des kurzen Fells ist eine ausgiebige Fellpflege bei Dobermännern nicht nötig. Die fehlende Unterwolle macht die Tiere allerdings sehr anfällig für Kälte. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Impfungen beim Tierarzt sollten aber natürlich vorgenommen werden. Erblich bedingt kommt es häufig zu einer als „Kongenitales Vestibularsyndrom“ bezeichneten Schädigung des Innenohres, die Taubheit und Gleichgewichtsstörungen zur Folge hat. Bei der „Dobermann Kardiomyopathie“ handelt es sich um eine besonders aggressive Herzerkrankung. Sehr selten und ausschließlich bei Dobermännern und anderen Pinscherarten kann die „Tanzender-Dobermann-Krankheit“ auftreten, benannt nach dem taumelnd-tänzelnden Gang, den die Tiere aufgrund einer zunehmenden Schwächung ihrer Hinterläufe ausbilden.

In Brandenburg gilt der Dobermann, sofern sein jeweiliger Halter noch keinen Gegenbeweis erbracht hat, als gefährlicher Listenhund. Im Schweizer Kanton Wallis darf er weder gehalten, noch gezüchtet oder eingeführt werden. In acht weiteren Kantonen gilt er ebenfalls als Listenhund.